Montague Rhodes James – Eine Warnung für die Neugierigen

Montague Rhodes James – Eine Warnung für die Neugierigen

Du lässt dich auf einem gemütlichen Sessel in der Gruselstube nieder. Während du das Buch liest, das Du dir heute ausgesucht hast, macht sich ein merkwürdiges Gefühl in dir breit. Du hast den Eindruck, dass dich jemand beobachtet. Als stände jemand hinter dir, obwohl der Sessel direkt an der Wand steht. Die Geistergeschichte in deiner Hand scheint dazu zu passen: Eine Warnung für die Neugierigen, von Montague Rhodes James.

Welche Schätze und Geheimnisse in den Böden von England verborgen liegen, wusste kaum jemand besser als Montague Rhodes James. Der Altertumsforscher, der im Jahr 1862 in der Grafschaft Kent geboren wurde, war ein herausragender Kenner mittelalterlicher Schriften. Eine von ihnen führte ihn im Jahr 1902 zu den vergessenen Gräbern einiger Äbte.

Doch auch als Schriftsteller war Montague Rhodes James tätig. Insbesondere verfasste er Geistergeschichten, die er dank seines akademischen Wissens mit historischen Fakten aber auch alten Sagen verfeinern konnte. Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschichte Eine Warnung für die Neugierigen1)Original: „A Warning to the Curious“, die James um das Jahr 1919 verfasste. In ihr wird ein alter Schatz einem neugierigen Forscher zum Verhängnis. Die Geschichte wird ein Erfolg und, wie viele Geistergeschichten von James und anderen Autoren, zu Weihnachten im Familienkreis vorgelesen. In den 1970ern greift die BBC diese Tradition auf und verfilmt einige Geistergeschichten extra für die Ausstrahlung zu Weihnachten. Auch Eine Warnung für die Neugierigen findet sich unter den Verfilmungen. 

Montague Rhodes James – Schriftsteller und Altertumsforscher.

Eine Warnung für die Neugierigen wird von einem Erzähler eingeleitet, der zunächst die fiktive Stadt Seaburgh beschreibt, einen beliebten Ferienort an der englischen Ostküste. Das reale Vorbild für Seaburgh scheint Aldeburgh zu sein, der direkt an einer steilen Küste gelegene Wohnort von James‘ Großmutter. Bei seiner Beschreibung kommt der Erzähler auch auf die seltsamen Geschichten zu sprechen, die sich in der Gegend zugetragen haben sollen. Eine davon hält er für besonders erwähnenswert und übergibt damit quasi an einen zweiten namenlosen Erzähler, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt.

Dieser Erzähler verbringt seinen Urlaub gemeinsam mit seinem Freund Henry Long in Seaburgh. Dabei machen sie die Bekanntschaft eines jungen Mannes namens Paxton, der außerordentlich nervös wirkt. Nachdem sie sich miteinander einigermaßen vertraut gemacht haben, offenbart Paxton ihnen den Grund seiner Sorgen.

In einer Kirche nahe Seaburgh sei er auf eine alte Kirche gestoßen und auch auf eine Legende, die mit dem Ort verbunden ist. Drei heilige Kronen hätten die Könige von Ost-Anglia getragen, einem jener vergangenen Reiche, aus denen das heutige England entstand. Diese drei Kronen seien an der Küste vergraben worden, um fremde Eroberer abzuhalten. Eine von ihnen soll immer noch dort verborgen liegen.

Paxtons Fund wird Eine Warnung für die Neugierigen.

Paxton erzählt, wie er sich auf die Suche nach der verborgenen Krone machte. Dabei stieß er auf die Spuren einer alten Familie namens Ager, die seit jeher Wächter der verborgenen Krone gewesen seien. William, ihr jüngster Spross, sei erst kürzlich verstorben.

Über das leerstehende Haus der Familie Ager habe Paxton Hinweise auf das Versteck und schließlich auch die Krone selbst gefunden. Da seine beiden Zuhörer ihm zunächst nicht glauben, zeigt der junge Mann ihnen die Krone, die echt zu sein scheint. Ihr Fund, so Paxton, hat aber auch bedrohliche Konsequenzen. Seitdem sie sich in seinem Besitz befindet, sei Paxton „nie mehr allein gewesen“.

Etwas, ein Schatten, verfolgt Paxton. Ist es der Geist von William Ager? Oder treibt jemand seinen Spaß mit dem abergläubischen Schatzsucher? Paxton beschließt, die Krone zurück an den Strand zu bringen und dort erneut zu vergraben. Er bittet Long und den Erzähler um ihre Hilfe, ohne zu ahnen, dass damit das Grauen erst beginnt. Denn Eine Warnung für die Neugierigen ist diese Geschichte in der Tat.

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Oder hör sie dir auf YouTube an: 'Eine Warnung für die Neugierigen', gelesen von Gregor Schweitzer

Bildnachweis:
Beitragsbild:Küste Cornwall“ von jplenio, Pixabay

Fußnoten   [ + ]

1. Original: „A Warning to the Curious“
2. Affiliate-Link. Kaufst Du über einen Affiliate-Link etwas, wird der registrierte Partner am Umsatz beteiligt. Dadurch entstehen dir aber keine Mehrkosten!

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