Robert E. Howard – Das Ding auf dem Dach

Robert E. Howard – Das Ding auf dem Dach

Der Lärm, der vom Dach der Gruselstube zu kommen scheint, lässt dich erschaudern. Unter schweren Schritten knarzt das Gebälk beunruhigend laut. Sind das etwa Hufe? War das ein Schnauben? Was ist Das Ding auf dem Dach?

Die Gier nach Gold hat schon viele Menschen in ihr Verderben getrieben. Dies weiß auch Robert E. Howard, als er die Geschichte Das Ding auf dem Dach1)Original: „The Thing on the Roof“verfasst, die erstmals im Februar 1932 in einer Ausgabe des Magazins Weird Tales erscheint. In ihr berichtet ein anonymer Erzähler vom Schicksal des rastlosen Entdeckers Tussmann, dem die Suche nach einem alten Schatz zum Verhängnis wird.

Von unaussprechlichen Kulten

Der Erzähler wird von seinem alten Bekannten Tussmann gebeten, ihm ein bestimmtes Buch zu besorgen: Von unaussprechlichen Kulten, ein okkultes Werk aus der Feder eines Mannes namens Wilhelm von Junzt. Es ist auch bekannt als das Schwarze Buch, wurde ursprünglich auf Deutsch verfasst, existiert aber auch in englischer Übersetzung. Eine dieser Ausgaben besitzt Tussmann, doch zu seinem Verdruss scheint sie fehlerhaft zu sein. Der Erzähler soll ihm nun eine Originalausgabe beschaffen.

Als es diesem schließlich gelingt, erfährt er auch den Grund für Tussmanns Auftrag. Tussmann hat einige Jahre zuvor Zentralamerika bereist und war dabei im Dschungel von Honduras auf einen alten Tempel gestoßen. In diesem Tempel sei einst ein obskurer Gott verehrt worden. Als die Spanier die Region erreichten, sei er schon lange verlassen gewesen. Nicht einmal die „Indianer“ wüssten, wer den Tempel erbaut habe.

Von unaussprechlichen Kulten taucht in mehreren Geschichten von Robert E. Howard auf, zuerst in Der Schwarze Stein2)Original: „The Black Stone“ im Jahr 1931, dort im englischen als Nameless Cults. Geschrieben wurde dieses fiktive Werk von einem deutschen Okkultisten namens Wilhelm von Junzt. Howards Freund H. P. Lovecraft überlegte sich deswegen gemeinsam mit August Derleth einen deutschen Namen für die fiktive Originalausgabe, als er das Werk in seinen eigenen Geschichten auftauchen ließ. Die beiden US-Amerikaner vergaßen jedoch, das „Von“ hinzuzufügen, sodass das unheimliche Buch in ihren Geschichten zunächst Unaussprechlichen Kulten hieß.

 

Tussmann habe bereits geahnt, dass sich in dem Tempel ein Geheimnis, vielleicht sogar ein Schatz verberge. Doch eine Verletzung und fehlendes Gerät haben ihn davon abgehalten, die Grabkammer zu öffnen. Nun erhofft er sich, in Von unaussprechlichen Kulten die Bestätigung zu finden, dass es sich um den legendären Tempel der Kröte handelt. Dass ihn Wilhelm von Junzt besucht hat, geht auch aus den Übersetzungen hervor, doch in der Originalausgabe, so hofft Tussmann, müsse auch der Ort verzeichnet sein.

Als er schließlich das gesuchte Buch in den Händen hält, findet Tussmann schnell die entsprechende Stelle. Ja, der Tempel der Kröte liegt in Honduras und ja, seine Beschreibung deckt sich mit dem Bauwerk, das er gesehen hat. Tussmann ist sich sicher, dort einen wertvollen Schatz zu finden und bricht unverzüglich auf. Der Erzähler bleibt mit dem Buch zurück und findet die Passagen über den Tempel der Kröte und die dort verehrte Gottheit äußerst beunruhigend.

Was ist Das Ding auf dem Dach?

Einige Monate später kehrt Tussmann von seiner Reise zurück. Er bittet den Erzähler, ihn auf seinem Anwesen in Sussex zu besuchen und Von unaussprechlichen Kulten mitzubringen. Der Erzähler folgt der Bitte und trifft gegen Abend ein. Bereits in den umliegenden Gärten kann er hören, wie etwas schnaubend durch die Büsche streift. Ist es ein Pferd? Oder gar ein Ochse?

Der Erzähler findet seinen Bekannten enttäuscht, fast schon verbittert vor. Tussmann hat in Honduras keinen Schatz gefunden, wie er gesteht. Es sei der Tempel der Kröte gewesen, ja, aber unter ihm sei etwas anderes verborgen gewesen. Ein Blick in Von unaussprechlichen Kulten bestätigt seine Befürchtungen.

Erst jetzt studiert Tussmann die Original-Passage zum Tempel der Kröte genauer. Erst jetzt dämmert ihm, was er dort gefunden, was er befreit hat und was ihm nun bis nach England gefolgt ist. Als er das Schnauben und Poltern, das Schlagen der Hufe hört, ahnt er, dass sein Ende naht. Er ahnt was Das Ding auf dem Dach ist.

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Oder hör sie dir auf YouTube an: 'Das Ding auf dem Dach', gelesen von Gregor Schweitzer

Bildnachweis:
Beitragsbild gestaltet mit canva.com 

Fußnoten   [ + ]

1. Original: „The Thing on the Roof“
2. Original: „The Black Stone“
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