Montague Rhodes James – Die Sammlung des Domherrn Alberic

Montague Rhodes James – Die Sammlung des Domherrn Alberic

Müde blätterst du im Kerzenlicht durch einen alten Folianten aus einem Regal in der Gruselstube. Da erblicken deine Augen eine schaurige Dämonenzeichnung. So eindrücklich ist diese Abbildung, dass du fast spüren kannst, wie sich die fellige Pranke auf deine Schulter legt. Stammt dieses Buch aus der Sammlung der Domherrn Alberic von Montague Rhodes James?

Dennistoun kann sein Glück kaum fassen. Den ganzen Tag hat er unter den gestrengen Augen des alten Küsters die Sakristei der Kathedrale von Saint-Bertrand-de-Comminges fotografisch dokumentiert. Der kleine Ort, an der französischen Seite der Pyrenäen gelegen, hat seine besten Tage hinter sich. Einst der Sitz eines Bischofs, leben heute nur noch einige hundert Menschen im Schatten der großen Kathedrale.

Doch Dennistoun ist nicht nur darüber erfreut, diese alte Kirche begutachten zu dürfen. Nein, es ist das Angebot, das ihm der Küster am Ende seines Besuches unterbreitet. Ob der junge Brite sich auch für alte Bücher interessiert, möchte der alte Mann wissen. Natürlich tut er das, antwortet Dennistoun. Neugierig bittet er um weitere Informationen. Doch der Küster weist ihn zunächst nur an, ihm nach Hause zu folgen.

Dort zeigt der Küster Dennistoun einen ganz besonderen Schatz. Ein Buch aus dem Nachlass des Domherrn Alberic de Mauleon, der sein Amt in der Kathedrale von 1680 bis 1701 innehatte. Erregt blättert Dennistoun durch das Buch, überrascht, in dieser Gegend so einen wertvollen Fund zu machen.

Beratungen mit einem Dämon?

Schließlich entdeckt Dennistoun eine besonders interessante Stelle. Eingerahmt von obskuren Symbolen und hebräischen Worten finden sich Fragen und Antworten. Fragen des Domherrn Alberic über seine Zukunft, kurz und knapp beantwortet. Doch von wem stammen diese Antworten?

Dennistoun findet auf den folgenden Seiten einen Holzschnitt, der offenbar König Salomon zeigt, den biblischen Sohn Davids und Herrn über das Königreich Israel. Doch Salomon ist nicht allein zu sehen. Eine dämonische, abstoßende Gestalt sitzt neben ihm, bespricht sich mit ihm. Ist dies ein beschworener, ein widernatürlicher Berater? So eindrücklich wirkt das Bild auf Dennistoun, dass er zu dem makabren Schluss kommt, dass es ein reales Motiv gehabt haben muss.

Der Brite kommt zu dem Entschluss, das Buch zu kaufen. 250 Francs will der Küster dafür haben, was Dennistoun lächerlich wenig erscheint. Sofort schlägt er zu, doch das erleichterte Verhalten des Küsters lässt ihn nachdenklich werden. Hat er den alten Mann durch den Kauf von einer Last, von einer Art Fluch befreit? In der kommenden Nach wird er es herausfinden.

Ein frühes Werk des Meisters der britischen Geistergeschichte

Die Sammlung des Domherrn Alberic ist eine der ersten Geistergeschichten von Montague Rhodes James und erscheint im Jahr 1895. Der britische Altertumsforscher, der im Jahr 1862 geboren wird, kennt die Faszination alter Schriften nur zu gut. Er selbst hat zu diesem Zeitpunkt bereits selbst zahlreiche Kirchen nach entsprechenden Fundstücken durchsucht.

Immer wieder werden in seinen Geschichten solche mysteriösen Funde seinen Figuren zum Verhängnis. Auch Dennistouns Leben wird sich durch das ändern, was er in Canon Alberic’s Scratch-Book, so der Original-Titel der Geschichte, entdeckt. Wer diese Geschichte liest, mag durch diese Ereignisse von eigenen Forschungen abgeschreckt werden. Gleichzeitig weckt sie aber auch die Neugier, selbst einen Blick auf uralte Seiten zu wagen. Ganz gleich, welche Schrecken diese beherbergen könnten. 

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Oder hör sie dir auf YouTube an: 'Die Sammlung des Domherrn Alberic', gelesen von Gregor Schweitzer

Beitragsbild gestaltet mit canva.com 

Fußnoten   [ + ]

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