Robert Bloch – Der Schlächter von den Sternen

Robert Bloch – Der Schlächter von den Sternen

Erleichtert schlägst du das Buch zu und lässt dich auf einem alten Sessel in der Gruselstube nieder. Du hast die verbotenen Worte gelesen, ohne das etwas Schlimmes passiert ist. Doch dann hörst du ein Knirschen, ein Kichern. Dann spürst du den Griff unsichtbarer Hände. Ist es Der Schlächter von den Sternen von Robert Bloch?

Es ist nicht einfach für den jungen Mann, der sich inmitten der Weltwirtschaftskrise entscheidet, Schriftsteller zu werden. Die dunkle Seite des menschlichen Daseins will er in Worte fassen, Edgar Allan Poe, Arthur Machen und Charles Baudelaire nacheifern. Doch er schafft es nicht, seine fantasiereichen Gedanken in Worte zu fassen.

Erst mit Übung gelingt es ihm, Geschichten zu verfassen, die seinen eigenen Ansprüchen genügen und schließlich auch veröffentlicht werden. Doch mit der Zeit langweilen den jungen Schriftsteller seine eigenen Erzählungen über Vampire, Werwölfe und Geister. Diese eignen sich für simple Schauergeschichten, doch ihm, der Schriftsteller geworden war, um die Mysterien des Todes zu ergründen, genügt dies irgendwann nicht mehr.

Der Schlächter von den Sternen – gerufen von uralter Magie

Er tritt in Kontakt mit anderen Suchenden und korrespondiert mit ihnen. Besonderen Eindruck hinterlässt ein Gentleman, der in der Stadt Providence an der Ostküste lebt. Dieser erzählt dem jungen Schriftsteller von okkulten Büchern: vom Buch von Eibon, vom Buch der Unaussprechlichen Kulte und vom Necronomicon. In alle von ihnen konnte der gelehrte Herr bereits einen Blick werfen, nicht aber in De Vermis Mysteriis.

Der junge Schriftsteller zeigt sich von dem scharfsinnigen Mann beeindruckt und spürt das Buch für ihn in einem Antiquariat auf. Aufgeregt bringt er es nach Providence und übergibt es dort seinem neuen Mentor. Dieser ist hocherfreut und möchte direkt einen der Zaubersprüche ausprobieren…

Robert Bloch steht am Anfang seiner Karriere

Der Schlächter von den Sternen, im englischen Original The Shambler from the Stars, wird im Sommer des Jahres 1935 von Robert Bloch verfasst und kurz darauf in der Zeitschrift Weird Tales veröffentlicht. Bloch, der 30 Jahre später als Autor von Psycho weltweit bekannt werden wird, ist damals erst 18 Jahre alt. Der anonyme Erzähler scheint also, wenig überraschend, vom Autor selbst inspiriert zu sein.

Robert Bloch findet in diesen jungen Jahren ein literarisches Vorbild in H. P. Lovecraft, aus dessen Geschichten sich Jahre später der Cthulhu-Mythos bilden wird. Auch Der Schlächter von den Sternen wird rückwirkend zum Kanon dieser Geschichten gezählt, findet sich in der Geschichte doch die erste Erwähnung des okkulten Werkes De Vermis Mysteriis.

Der wahre Schrecken wartet noch

Lovecraft selbst ist das offensichtliche Vorbild des Schriftstellers aus Providence, der seinen jungen Freund auf die Fährte dieses Buches bringt. Auch andere Autoren aus seinem Umfeld werden erwähnt, wie Clark Ashton Smith, als Einsiedler im fernen Westen, und August Derleth, als Gelehrter im wilden Norden.

Genau wie der ein Jahr jüngere Robert H. Barlow zeigt sich Robert Bloch beeindruckt von H. P. Lovecraft und dessen Kunst, existenzielle Furcht in den Lesern zu wecken. Bloch selbst gelingt dies mit Der Schlächter von den Sternen noch nicht. Zwar kann die konventionelle Horrorgeschichte über okkulte Geheimnisse Schauer erzeugen, doch keine so grundlegende Erschütterung des Ichs, wie es Lovecraft in seinen besten Momenten gelang.

Robert Bloch gelingt dies erst Jahrzehnte später, sogar ohne übernatürliche oder fremdartige Wesenheiten. Seine Monster sind menschlicher Natur, wie der Serienkiller Jack the Ripper, mit dem er sich in mehreren Geschichten auseinandersetzt, oder Norman Bates, den wahnsinnigen Mörder aus Psycho. Die Bedrohung, die von diesen Menschen ausgeht, ist weitaus beunruhigender als Der Schlächter von den Sternen.

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Fußnoten   [ + ]

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