19. Mai 2022
Die Mumie 1932

Die Mumie – Der Klassiker von 1932

Vorsichtig streichst du den Staub von einer länglichen Kiste, die in einer Ecke der Gruselstube steht. Der Deckel knarzt, als du ihn anhebst, neugierig, was sich wohl im Innern befindet. Doch du findest nur einige alte Filmrollen. Eine nimmst du in die Hand: „Die Mumie“, ein Film mit Boris Karloff.

Es ist ein unachtsamer Moment, der den neugierigen Ralph Norton in den Wahnsinn treibt. Gemeinsam mit seinem Lehrmeister Joseph Whemple ist er auf Expedition in Ägypten, wo Archäologen die Mumie des Priester Imhotep gefunden haben.

In einer beiliegenden Schatulle findet Ralph die Schriftrolle des Thoth und rezitiert entgegen Whemples Warnung deren Text, als er mit der Mumie allein ist. Auf einmal hört er hinter sich ein Schlurfen und Stöhnen, dreht sich um und erkennt, welchen schrecklichen Fehler er begangen hat. Whemple und dessen Freund Dr. Muller finden Norton nur noch panisch schreiend vor. Die Mumie hingegen ist fort.

Die Mumie treibt Ralph in den Wahnsinn
Die Mumie treibt Ralph Norton in den Wahnsinn / © Universal Pictures

Der Anfang des Films „Die Mumie“ ist bereits eine kleine Gruselgeschichte für sich. Doch danach springt die Handlung zehn Jahre in die Gegenwart. Imhotep wandelt immer noch unter den Menschen und gibt sich als Historiker namens Ardeth Bey aus.

Getrieben von seinem Wunsch, seine Geliebte Ankh-esen-amun ebenfalls aus dem Reich der Toten zu holen, stellt er in Kairo der Diplomatentochter Helen Grosvenor nach. In ihr erkennt Imhotep die Reinkarnation seiner Liebe. Doch auch Whemples Sohn Frank hat sich in Helen verliebt, und stellt sich gemeinsam mit Dr. Muller den Plänen der Mumie entgegen.

Universal braucht ein neues Monster

Carl Laemmle Jr., der Sohn des Chefs der Universal Studios, kann im Jahr 1932 auf zwei große Erfolge zurückblicken. „Dracula“ und „Frankenstein“ haben ein Millionenpublikum schaudern lassen. Nachdem er zwei Horrorklassiker neu interpretieren ließ, sucht er nach neuem Stoff.

Die Handlung um Imhotep erinnert an eine Kurzgeschichte namens „Die Lampe von Thoth“ von Sherlock-Holmes-Erfinder Arthur Conan Doyle aus dem Jahr 1890. Aber auch ein Story-Entwurf von Nina Wilcox Putnam trägt zur Filmhandlung bei. Dieser handelt vom Okkultisten Cagliostro der sein Leben durch Alchemie ins Unermessliche verlängert, so wie auch Imhotep unvergänglich durch die Zeit schreitet.

Carl Lammle Jr. lässt John L. Balderston aus den verschiedenen Ideen ein Skript schreiben. Der Autor hat bereits an „Dracula“ und „Frankenstein“ mitgearbeitet. Nun soll er „The Mummy“ mit auf die Leinwand bringen.

Zwei bekannte Gesichter

Auch bei den Hauptrollen wird auf bekannte Gesichter zurückgegriffen. Imhotep, die Mumie, wird von Boris Karloff dargestellt, der bereits Frankensteins Monster war. Edvard Van Sloan spielt Dr. Muller, nachdem er in „Dracula“ Professor Van Helsing spielte.

Edward Van Sloan spielt in "The Mummy" Dr. Muller (m.)
Edward Van Sloan spielt in „The Mummy“ Dr. Muller (m.) / © Universal Pictures

Die Formel geht auf. Boris Karloff glänzt in der Rolle des übernatürlichen Schurken, Van Sloans Figur wird erneut zum entschlossenen wie gewitzten Gegenspieler des Bösewichts. So wie Professor Van Helsing John Harker für den Kampf gegen Dracula rekrutiert, unterstützt Dr. Muller den verliebten Frank Whemple dabei, Helen Grosvenor aus den Fängen der Mumie zu befreien.

Der Film wird zum Erfolg an den Kinokassen. Der Soundtrack, der ein prominentes Thema aus Tschaikowskis Ballettstück Schwanensee beinhaltet, sowie die prächtigen Kulissen und die sorgfältige Inszenierung beeindrucken das damalige Publikum nachhaltig.

Ein uraltes Vermächtnis

Kein Wunder also, dass die Geschichte rund um Imhotep und Ankh-esen-amun immer wieder verarbeitet wird. Offizielle Fortsetzungen gibt es zwar keine, aber das Remake mit Brendan Fraser und Arnold Vosloo wird fast 70 Jahre später ebenfalls ein großer Erfolg.

Der Film von 1999 ist allerdings weniger gruselig, sondern mehr ein Action- und Fantasy-Spektakel. Das ist aber gar nicht so unpassend, denn auch „The Mummy“ muss sich im Jahr 1932 von der Kritik gefallen lassen, nicht so schaurig zu sein, wie „Dracula“ oder „Frankenstein“.

Ein Jahr und drei Filme haben Carl Laemmle Jr. also gereicht, um Horror in Hollywood zu etablieren. Was kurz zuvor noch undenkbar und skandalös erschien, langweilt abgebrühte Naturen bereits. Die Masse feiert „The Mummy“ jedoch – völlig zurecht, dank der heute noch sehenswerten Inszenierung.

"Die Mumie" gibt es auch heute noch auf DVD und BluRay
„Die Mumie“ gibt es auch heute noch auf DVD und BluRay / © Universal Pictures

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Bildnachweise:
Beitragsbild und weitere Bilder ©Universal Pictures. Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Universal Pictures Germany GmbH.

Fußnoten

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